Es war ein Mal.....

An dieser Stelle schreibe ich Geschichten, wahre, unwahre, realistische, utopische....Geschichten eben :-)

Spanien Adios

 

Man schrieb das Jahr 1975 als ein junger Mann - der in Paris lebte - sich mit drei Freunden entschloss, in Spanien das Glück zu suchen. Sprich, das furchtbare Wetter, der dauernde Regen und die unfreundlichen Menschen in dieser grossen Stadt zu verlassen, diesem tristen Ort den Rücken zu kehren. Die Idee entstand, als wir - Christa, Vicente und Renate an einem gemütlichen Abend zusammen waren. Vicente - ein gebürtiger Spanier - schwärmte von seiner Heimat in den schönsten Farben. Vom Meer, Sonne, schönen Mädchen und dem Dolce far niente.... Das war verlockend. Kurz und gut, wir kündigten alle unsere Jobs und wir fuhren im Juli an die Ufer des Mittelmeeres, genauer nach Alicante, wo die Eltern von Vicente lebten. Es war noch die Zeit, wo der Diktator Franco Regie führte im Lande und das war überall zu spüren. Die persönlichen Freiheiten waren arg eingeschränkt. Dazu kam noch die streng katholische Lebensweise. Die erste Zeit durfte ich bei Vicente wohnen, später fanden wir am Rande von Alicante eine Mietwohnung für uns drei, sprich für Christa, Renate und mich. Die Bewohner unserer Strasse fanden diese "WG" etwas eigenartig. Unmoralisch.... zwei Frauen und ein Mann.....unverheiratet. Das geht gar nicht. So schickanierten sie uns, in dem sie uns nie etwas verkauften. Kein Brot, kein Wasser... nichts. Es war immer alles aus, oder reserviert. So mussten wir immer in die Stadt rein, wo uns niemand kannte und dort unsere Einkäufe tätigen. Mühsam. Es war auch nicht so einfach einen Job zu kriegen. Es war die erste Welle, wo es viele Spanier aus Mitteleuropa zurück in ihr Land spülte, die erste richtige Arbeitslosenwelle schwappte über. In Spanien bekam man als Ausländer nur einen Job, wenn man etwas konnte, was Spanier nicht konnten. Christa und Renate fanden einen Job als Übersetzerinnen. Da kam auch noch Othmar zu uns nach. Ein Wiener, der mit mir in Paris arbeitete und nun aus der Schweiz an die Sonne wollte. Er hatte auch Glück und fand sofort im Hotel des Bürgermeisters einen Job als Oberkellner.. Vicente und ich blieben über. Egal, wir genossen das Leben am Strand und suchten so nebenbei einen Job. Wir nahmen die ganze Geschichte nicht so ernst. Doch irgendwann ging das Geld aus und wir brauchten nun wirklich dringend was. Ein Campingplatz in Torrevieja sollte es werden. Vicente als Kellner, ich als MfA.... Also reinigte ich am Morgen immer als erstes die grausligen Toiletten - mit dem Hochdruckreiniger - anschliessend betreute ich den Campingkiosk und so gegen Abend war der Pool fällig oder sonst welche Reinigungsarbeiten. Mir machte das Spass. Den ganzen Tag in den Badeshorts, mit den Gästen aus ganz Europa plaudern, manchmal - eher öfters - mal Party feiern, oder im nahem Meer schwimmen. Geschlafen habe ich auf einem Feldbett in einer Abstellkammer und nach Alicante kam ich nur ein bis zweimal die Woche und das war mit dem Bus ziemlich mühsam. Aber egal, man ist Jung, das Leben war herrlich, was wollte man mehr. 

Eines Tages Anfang September 1975 am Nachmittag, Mitten in der Siesta kam mit Tatü tata die gefürchtete Guardia zivil angerauscht. Nichts ahnend warteten wir auf die Herrschaften die mit viel Staub auf den Campingplatz fuhren. Neugierig versammelten wir uns alle auf der Piazza um zu sehen, was da los war. Vier Uniformierte mit ihren lächerlichen Käppis stiegen aus und verlangten das Gespräch mit dem Chef. Nach einigem Palaver drehten sich alle in meine Richtung und mir wurde bedeutet, dass ich "en el lugar" - auf der Stelle -  meine Sachen zu packen hätte und das Land innerhalb 24 Stunden zu verlassen hätte..... Wir waren Sprachlos. Was ist passiert? Nun, Vicente und ich arbeiteten schwarz und meinem Touristenvisum war nicht vorgesehen, dass ich arbeiten durfte. Irgend jemand hat uns verpfiffen und so war es dann eben.

Meine Sachen waren schnell zusammengerafft und der Abschied von meiner Chef Familie war auch schnell über die Bühne. Die senora verdrückte noch ein paar Tränchen und drückte mich zum Abschied fest an ihren grossen Busen....Ab ins Polizei Auto und mit Tatü tata auf den Posten. Schnell war auch hier alles erledigt, weil mein Spanisch einfach nicht ausreichte um ein ausführliches Gespräch zu führen und die Beamten hatten keine Geduld mit mir. Also ab in den nächsten Bus nach Alicante. In der Wohnung meine sieben Sachen zusammengepackt, schnell eine schriftliche Mitteilung an alle meine Freunde hier und ab zum Bahnhof. Othmar konnte mir das Geld vorschiessen für das Ticket in die Schweiz. Die Zeit drängte nun wirklich, denn auch der Zug nach Portbou an der Grenze zu Frankreich brauchte weit mehr als 12 Stunden. 

Es fuhren nur zwei Züge täglich von Alicante zur Grenze, einer am Morgen und einer am späteren Nachmittag. Den musste ich unbedingt erreichen sonst hätte ich dann wohl die Guardia zivil wieder am Hals. Es klappte alles und ich kam nach 27 Stunden ab "Verfügung" in Portbou an. Natürlich mussten mich die spanischen Zöllner noch etwas schickanieren und liessen mich den Anschlusszug nach Genf verpassen mit irgendwelchen fadenscheinigen Abklärungen. So hockte ich auf meinen Koffern, todmüde, gereizt und deprimiert und wartete auf den nächsten Zug in die Schweiz. Nach 8 Stunden traf er dann ein. Nochmals wollten mich die Spanier warten lassen und verboten mir, in den Zug ein zu steigen. Ich war nun wirklich stinksauer. Der Schaffner im französischen Zug rief mir über das Geleise zu, ob ich nicht mitfahren möchte. Natürlich wollte ich, aber ich durfte ja nicht. Er rief mir zu, dass ich auf sein Kommando die Koffer schnappen soll und dann - verbotener Weise - über die Geleise rennen und einsteigen soll. Gesagt getan: Kurz bevor der Schaffner dem Zug die Freifahrt erteilte gab er mir ein Zeichen und ich - was gisch was häsch - über die Geleise, in den Zug rein und weg fuhr er..... Ich hörte noch wie die Zöllner mit der Pfeiffe hinten nach pfiffen.....aber weg ist weg.....

Völlig erschöpft setzte mich in ein Abteil. Der Schaffner kam, kontrollierte mein Ticket und nach dem ich ihm mein Erlebnis erzählt hatte, sagte er, ich könne das Abteil für mich alleine haben, er würde es abschliessen und mich in Genf wieder holen. So habe ich die ganze Fahrt von Portbou bis nach Genf verpennt. Kurz vor Genf weckte er mich auf und ich konnte mich in seinem Schaffnerabteil etwas frisch machen. So kam ich gut in der Schweiz an und nach Zürich war es nur noch ein Katzensprung. Allerdings habe ich mir meine Rückkehr in die Schweiz ein wenig anders vorgestellt. Trotzdem, ich war nun doch froh, wieder zu Hause zu sein. 

 

Der Osterhase

 

Es war einmal ein Osterwochenende in einem kleinen Hotel. Irgendwo in den steirischen Alpen. Das Hotel stand kurz vor Ende der Wintersaison. Nur noch ein paar Gäste genossen die Ruhe und den letzten Schnee in dieser Alpenidylle. 

Eine Familie mit Grosseltern, Eltern, Geschwister und Kindeskinder sorgte dafür, dass noch genug Betrieb herrschte in diesen letzten Tagen. 

Der Ostersonntag war kühl und feucht. Die Gäste sassen beim Frühstück und die Kinder hofften auf den Osterhasen. Das war ja auch Thema der letzten Tage. Was wird er bringen? Schockoeier? Marzipan? oder sogar ein Spielzeug?? 

Endlich kam er, der Osterhase. Ein Riesenosterhase. So gross wie ein erwachsener Mann. Ein weiches Fell hatte er. und ganz lange Ohren. Er hatte eine Tasche vorne, eher wie ein Känguruh, aber diese Tasche hatte tatsächlich viiiiieeel Platz für Schockohase, bunte Eier und sonstige Leckereien. Die Kinder waren ganz aus dem Häuschen und der Osterhase wurde stürmisch in Beschlag genommen.... doch halt: Da fehlte was. Für den ältesten der Kinder war noch ein Ostergeschenk draussen im Freien versteckt. Er verschwand nach draussen..... Nach ca einer halben Stunde kam er wieder rein und wollte wissen, in welcher Richtung er denn suchen müsste, er finde einfach nichts. Seine Grossmutter gab ihm eine Richtung an und er sauste wieder raus. Drinnen an der Wärme wurde geplaudert, geratscht und ich denke, die Erwachsenen vergassen diesen Buben retaliv schnell. Der Koch schaute ihm vom Küchenfenster zu, wie er in jeden Winkel schaute, hinter jedes Gebüsch, unter die Autos, beim Mistkübel, in Nachbars Garten...... Sein Gesichtsausdruck war ratlos und verwirrt.... wo mag dieses Zeug nur versteckt sein? Er umrundete das Hotel, suchte hinter den Bäumen, auf der Terrasse, hinter der Gartenmauer..... einfach nichts. Nach einer gefühlten Ewigkeit aber bestimmt einer Stunde, kam er wieder rein und war sichtlich verzweifelt. Einige Scherzkekse machten ihm den Vorschlag, mit einer Schaufel, den Garten umzugraben, vielleicht hätte ja der olle Osterhase das Geschenk vergraben, wie einen Schatz.!!!!!! Langsam stiegen dem Kleinen die Tränen in die Augen,------

Da endlich fragte die Grossmutter leise ihren Mann, wo er denn das Geschenk versteckt hätte. Er? Ein Geschenk versteckt? Wie käme er dazu.... Ja wo hast es denn hingelegt wollte Oma wissen..... Ach so!!!!! Das liegt im Auto im Kofferraum.....

 

So fand das verzweifelte Suchen doch noch ein glückliches Ende und der Bub nahm sein Geschenk nicht vom Osterhasen in Empfang, sondern von seinem Opa. Egal, Geschenk ist Geschenk....

 

 

Lady in red und Babaci

Rot war ihre Lieblingsfarbe. Nicht ein dezentes, oder sanftes Rot. Ein kräfiges, ein - fast schon agressives - rot. Rot war der Alfa, rot ihre Pumps, Rot ihre Skischuhe und Kastanienrot ihre Haare. Sie parkte ihr Wägelchen vor dem Haus und rauschte herein. Rot ihr Koffer und Rot ihr Beautycase... Die Gäste schauten, staunten und lächelten über diesen fulminante Auftritt. Sie genoss diese Situation. Das Zimmer fand sie ausgesprochen lieb und da werde sie sich sicher sehr wohlfühlen und diese Aussicht....einfach einmalig und diese Ruhe..... wunderbar..

Eine halbe Stunde später stand sie total aufgelöst mit ihrem ganzen roten Gepäck wieder an der Reception und verkündete atemlos, dass sie hier keine Minute bleiben könne. Sie hätte sich nur fünf Minuten hinlegen wollen, da sei wohl ein Flugzeug gelandet in der Nähe, diesen Lärm würde sie mit Sicherheit nicht aushalten. Sie möchte auf der Stelle abreisen...

Was ist passiert? Der Koch der Ahnungslose hat etwas anbrennen lassen und stellte die uralte Lüftung an, um den Rauch aus der Küche so schnell wie möglich abzuziehen, bevor der Rauch- und Feueralarm losheult. Nur, diese Lüftung hatte tatsächlich den Motor der die Lautstärke eines startenden Propellerflugmaschine hatte. Diese Lüftung hörte man weitherum und kam - vermutlich darum - praktisch nie zum Einsatz. 

Kein Wunder stand die Lady in Red nach diesem Getöse unmittelbar an der Reception. Mit viel Überredungskunst und Beruhigungen, konnte sie davon überzeugt werden, dass das eine einmalige Sache sei und nicht wieder vorkommen werde. Sie möge doch hier bleiben und ihre Woche Schiurlaub in Ruhe geniessen. Das werde ihr garantiert. 

Die Lady entschied sich für die Schiwoche und bezog erneut ihr Zimmer. 

Es war dann wirklich die ganze Woche ruhig. Sie genoss dann ihren Aufenthalt sehr. Sie verbreitete immer wieder ein Schmunzeln auf den Gesichtern von Gästen und Angestellten. Sie kam nie zum Frühstück, sie erschien. Treu ihrer Farbe, meistens in Rot. Rot auch der Schianzug, rot auch dir Bretteln. Sie verabschiedete sich immer mit einem fröhlichen "Babaci"... und flitzte wohl den ganzen Tag auf den Pisten als roter Blitz durch die schöne Schneelandschaft. Sie fand alles auch überaus "herzig" und lieb, ach und wie schön dass es da sei und wie sie auftanken könne, das reiche sicher bis im Sommer....

Nach einer Woche zog sie von dannen mit einem fröhlichen "BABACI" auf Wiedersehn und flitzte mit ihrem roten Alfa davon.  

 

Die Tante aus Bologna

Die Freundin und ihr Bruder holten die Tante Rosa in Bologna ab. Sie wollte eine Woche bei ihrer Schwester in der Schweiz verbringen. Sie hatten sich schon seit x Jahren nicht mehr gesehen, die zwei Schwestern. Es ging alles gut, Rosa traf ein und sie herzten sich und freuten sich wie narrisch, dass sie sich endlich wieder einmal sahen. Beide über 80ig. Doch wie das so ist bei Schwestern - nach gut einer halben Stunde war schon Feuer im Dach. Warum? Meine Güte, alte Geschichten eben.....

Nach gut einer Woche war der Besuch wieder vorbei und Tante Rosa wollte wieder nach Bologna zurück.Die Woche ist gut vorüber. Die Schwestern hatten sich viel zu erzählen und zu plaudern, aber .... auch viel zu streiten. Die Zeit schien in dieser Beziehung still gestanden zu sein. 

Die Freundin konnte sie diesmal nur nach Mailand fahren, weil nicht mehr Zeit zur Verfügung stand. Also die Tante Rosa und Gepäck in den Kleinwagen verpackt und ab Richtung Süden. 

In Mailand angekommen begleitete die Freundlin selbstverständlich die Tante zum Bahnsteig. Sie sollte doch in den richtigen Zug einsteigen. Ok, Gleis 7. Sie gingen gemütlich, weil die Rosa eh nicht mehr so gut zu Fuss war. Vorsichtshalber nochmals den Schaffner fragen ob das der Zug nach Bologna sei. "Nein, der fährt auf Gleis 16, wir fahren nach Neapel"....oh mein Gott. Tante und Gepäck geschnappt und Richtung Gleis 16 .. aber etwas flott... Rosa mit auf den Gepäckwagen..... Ausser Atem erreichen die beiden den Zug. Nur noch wenige Minuten bis zur Abfahrt. Die Tante in den Zug geschoben, das Gepäck hinten nach....Nochmals schnell den Schaffner gefragt...."Nein, dieser Zug fährt nach Genua", Gleis 15 fährt nach Bologna" WAS!!!!!!??????? Der Schaffner im Zug auf Gleis 15 wollte schon das Zeichen zur Abfahrt geben, da schrie die Freundin aus vollem Hals: "Haaaaaaalt, die Tante Rosa muss noch mit....."... Also Tante raus, Gepäck raus, in den Zug vis a vis rein, Gepäck hinten nach und den Schaffner noch schnell gebeten, er solle sich um Tante Rosa kümmern.... und weg fuhr der Zug. Total geschaft stand meine Freundin auf dem Bahnsteig und sah dem Zug nach. Als sie sich wieder gefasst hatte, rief sie ihren Cousin in Bologna an, dass die Tante im Zug sitze (hoffentlich im richtigen) und er möge doch bitte am Bahnhof abholen. ....

So fuhr sie zurück in die Schweiz, immer in der Hoffnung, dass die Tante Rosa wirklich im Zug nach Bologna sass.

(wie ich später erfuhr, sass sie im Zug nach Bologna)

 

Die Küchenmaschine

 

Vor vierzig Jahren bekamen wir eine Krups-Küchen-Universal-Maschine. Sprich; mit der konnte man rühren, mixen, kneten, raffeln, wursten und das Auto reparieren. Eine Hammer Maschine. Solide, laut aber unverwüstlich. 

Nun, letzte Woche war Schluss damit. Der Antrieb hat`s zerbröselt. im warsten Sinne des Wortes. Nun, jetzt musste ich entscheiden: in den Sondermüll oder mich bemühen um Ersatzteile - Antrieb und einen Deckel, der schon länger kaputt ist. Im Internet fand ich nichts zu diesem Model, Jahrgang 1978!!!!! Eine Hoffnung hatte ich noch: Der Pro mente Reparaturdienst. Die flicken Waschmaschinen, Kühlschränke, - also alles mechanische.... Leider müssen auch diese Betriebe sparen und die haben den Fachmann nicht mehr, der sowas kann. Die nette Verkäuferin gab mir aber einen Tipp von einer Firma in Graz, die Ersatzteile vom Jahre Schnee für alles mögliche für alte Maschinen anbieten würden. Gesagt getan und siehe da.....in drei Tagen soll ich die Ersatzteile bekommen. Ist das nicht herrlich? Es lebe die mechanische Zeit. Mit meinem Handy geht sowas nicht, das ist nach zwei Jahren hin, ohne dass das repariert werden kann.... es ist dann "alt" und hin........

Mich freuts und ich freue mich, wenn ich den nächsten Zopf wieder kneten kann mit meiner lauten, aber zuverlässigen Krups Maschine, hoffentlich noch bis ich ins Altenheim muss :-)

 

 

verlorene Zähne..

Aufgrund der Erinnerungen an Aeschbacher, sind mir einige Geschichten eingefallen aus den 70er Jahren. Ich war damals als "Aide du Patron" im GERSAG in Emmen tätig. (GERSAG ein neu erstelltes Kongress Zentrum) Das Schweizer Fernsehen zeichnete im grossen Saal alle drei- vier Wochen die Sendung "Wer gwünnt...." mit Mäni Weber auf. Dabei waren viele Schweizer Sänger, Kabarettisten, Theater- und sonstige Künstler als Gäste dabei. Nebst den Kanditaten der Wissensshow. 

Als Leitfigur war da Mäni Weber. DER Fernsehmann schlechthin. Die Frauen waren narrisch auf ihn. Er war ein lässiger Gast. Immer sehr Grosszügig im Trinkgeld, angenehm und immer freundlich. Sein Markenzeichen war eine fette Cigarre und ein Whiskey. Vor der Sendung notabene.... Einmal - da war ich noch im Hotel Chateau Gütsch in Luzern tätig - und der Mäni da als Hotelgast. Er war an der Bar. Freitagabend. Es wurde fleissig gebechert und es wurde sehr spät. Am Samstag war dann die Sendung. Unsere Bardame war eine Frau mit Klasse, wirklich wahr.... auf jeden Fall sah sie am Samstag ein Couvert liegen in einer Ecke. Sie schaute rein. Da waren alle Fragen für die kommende Show. Sie nicht faul und rief die Polizei. Diese auch nicht faul  überbrachten dieses brisante Couvert dem Showmaster im GERSAG. Der - und einige andere auch - waren schon total aus dem Häuschen, weil diese Fragen verschwunden waren. Die Aufregung war gross, aber die Luzerner Polizei und die Bardame haben klasse reagiert und die Aufnahmen konnten ohne Probleme über die Bühne gebracht werden. 

Die Stefanie Glaser war auch ein spezieller Gast. Sowas nervöses habe ich noch nicht gesehen. Ein- zwei Gläschen Weisswein vor ihrem Auftritt waren üblich. Eine sehr nette und fröhliche Person war das. Das Gegenteil war der Komiker - der Walter Roderer - so ein kratzbürstiger Mann. Immer etwas zum Mäckern - vielleicht war das das Lampenfieber? 

Margrit Rainer und Ruedi Walter - legendär - das Trio Eugster, die Rosmarie Pfluger, Kurt Felix oder Paola und viele andere noch. An alle kann ich mich nicht mehr erinnern. Zwei sind aber noch zu erwähnen. Da war mal Polo Hofer. Am Beginn seiner Karriere. Er war damals einem "Tütchen" wohl niemals abgeneigt oder auch diversen Glässchen.... auf jeden Fall musste ich ihm vor seinem Auftritt im GERSAG-Keller eine ganze Thermoskanne mit Esspresso bringen. Sein Manager - oder was er auch immer war - musste ihn so auf Vordermann bringen, damit er überhaupt spielen konnte. Aber er schaffte es und Polo legte ein Astreines Konzert auf die Bühne. 

Die Soeur Sourire - wer kann sich an die Ordensfrau erinnern? Ein Auftritt den ich nicht so schnell vergessen habe. In ihrem Habit, auf einem Stuhl sitzend, die Gitarre in der Hand trug sie ihre Lieder vor. Kein Geschrei im Publikum, kein Zwischenabpplaus, Einfach nur zuhören.  Die Konzertbesucher dankten ihr mit Standing Ovationen. 

Toni Vescoli - auch ein Name den man kaum vergessen kann - verbunden mit Les Sauterelles. Mit Heavenly Club schafften sie den Durchbruch. Toni trat aber als Solist bei uns auf. Ein sehr angenehmer Mensch. Lange sind wir mit seiner Truppe nach dem Konzert noch zusammen gesessen. Viele Gäste verstanden das nicht, weil ich um Mitternacht das Lokal schloss, aber den Toni mit Gruppe noch bechern liess. Egal, mir sind diese Menschen in bester Erinnerung.

(Fast) alle dieser "Promis" waren sehr angenehme Zeitgenossen, ohne Allüren, ohne wirkliche spezielle Wünsche, z.T. sogar oft auch etwas schüchtern. Margrit Rainer war immer sehr reizend. 

Es ist eine lange Zeit vergangen seither. Diese Kleinen Geschichten sind mir noch geblieben. Sind die heutigen "Stars" auch immer noch so bescheiden???

 

 

In einem Einkaufszentrum im Herzen der Schweiz begab sich ein Bergbauer um seine Einkäufe zu tätigen. Klischeehaft- schwere Bergschuhe an den Füssen und einen Rucksack der Marke "erster Weltkrieg". - auf dem Rücken. Gut gelaunt schlenderte er beim Grossverteiler durch die Gänge und bestaunte die Dinge die da feil geboten wurden. Er beschränkte sich auf das nötigste. Auf der Alp brauchte man viele Dinge nicht. Er begutachtete dies und das und in der Früchte und Gemüseabteilung staunte er über die Vielfalt der frischen Ware aus aller Welt. Da lagen Früchte, die er noch nie gesehen hatte und er bestaunte auch die vielfältige Verpackungen und besonders wollte er sich die Kartoffelsäcke 2,5 kg und 5 kg Tragtaschen genauer ansehen. 

Er ging weiter und schaute da noch und dort noch. ...

Der Abteilungsleiter von Früchte und Gemüse kontrollierte seine Waren auf Frische, zupfte dort ein wenig, richtete da ein bisschen und da sah er etwas unter dem Kartoffelwagen liegen. Er bückte sich und griff nach dem Gegenstand, zog es hervor und glaubte nicht was er in Händen hielt. Ein Gebiss...natürlich verdreckt vom Kartoffelstaub über ihm..... Es schauderte ihn ein wenig und wärend er dieses Teil noch anschaute griff plötzlich eine Hand nach dem Gebiss und es verschwand in einem strahlenden Gesicht des Berbauern, der sich freudig bedankte, dass sein Gebiss wieder an Ort und Stelle lag. Lupfte seinen Hut zum Grusse und verschwand zwischen den Regalen und lies einen verdutzten Rayonleiter zurück. 

Show Business 1973